Der Fremde

Die beiden fanden mich also interesant. Nach 8 Stunden Schule und einer nervigen Bande voller post-pubertären Halbwüchsigen wollte ich meine Ruhe haben. Ich weiß, dass das schwierig ist, wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, aber ich bin nunmal das Unpersönliche gewohnt. Naja, sie sahen nicht gut aus, hatten aber wenigstens kein 0815- Gesicht. Gedanken an Andreas. Schöner Schall betäubt mich und lässt mich alles vergessen was nicht in meine Welt hineinpasst, in der ich auf keinen Fall auch noch Kummer haben möchte. Ich muss dazu sagen, dass ich ein romantischer und verträumter Mensch bin. Nur nicht eben bei den beiden. Mit einem bösen Blick wollte ich die beobachtenden Blicke von meinen zwei Helden verscheuchen, als pötzlich die Welt still stand. Seine unschuldigen, großen, dunklen Augen und sein süßer und zärtlicher Mund, der Tote zum Leben küssen könnte. Seine feinen und schmallen Gesichtszüge und überhaupt sein schmalles Gesicht. Nein, bei ihm sah es elegant aus. Bezaubernd. Nennen wir es bezaubernd. Ich weiß nicht was es war, aber er sprach mit mir. Sein Mund war geschlossen, aber er sprach mit mir. Ich hörte nur zu. Er sprach alles aus, was ich fühlte und dachte. Und strahlte alles aus, was ich gerne sein wollte ... Ich wollte ruhig sein und Ruhe ausstrahlen. Ich wollte die Welt sehen und zwar aus einer guten Sicht. Ich wollte ein guter und lieber Mensch sein. Er, der Fremde erinnerte mich daran ... Sein Blick der mir einen Glauben gab. Und Hoffnung. Meine Knie zitterten als ich ausstieg und mein Herz raste und ich wusste, dass ich sehr bald wiedersehen würde. Ich war draußen, doch ich drehte mich nochmal um. Ich verabschiedete mich innerlich von einem Fremden, den ich immernoch nicht kennen, aber der sehr gesprächig war.

Bis auf zwei, drei kleine Wutanfälle und einen Ich-mach-mir-Sorgen-um-Philipp-Rückfall lief dieses Jahr soweit wie gewünscht. Meine Vorsätze konnte ich soweit es von meinem Gesundheitszustand möglich war erfüllen und greife jetzt nach Sternen die noch höher liegen als zuvor. Offiziel habe ich "nur" noch sieben gute Freunde, was meiner Meinung nach schon genug ist. Der Posten der Eltern haben jetzt offiziel meine Großeltern übernehmen. Jegliche weitere Informationen über Tanja & Co haben in meinem Kopf Durchzug. Das gilt auch für jegliche Menschen des weiblichen Geschlechts sofern sie nicht meine Oma sind oder Jasmin heißen. Ja, das sind verdammt viele ... Bei zwei, drei Ausnahmen habe ich nicht das Recht über sie zu urteilen, möchte ich auch nicht. Jungs habe ich sowieso in den Wind geschossen. Ein Flirt ist ja ganz nett, aber zu mehr sind die Jungs viel zu feige oder sie sind nicht gut genug. Was auch immer ... Mein Karma ist sowieso sehr schlecht und mein neues Vorbild ist ja auch Philipp S. und diese Kombination ändert meine Lebenseinstellung einfach sehr. Nunja, es wird eine schwierige Geburt, aber der neue Angela ist schon auf dem Weg =)

30.1.08 21:34

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